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Wilder Jasmin, Loganiaceae.

Name:

Gelsémium sempervírens Ait. (Gelsemium nitidum Michx.). Wilder Jasmin Französisch: Jasmin jaune; englisch: Yellow jasmine, false jessamine, wild yellow jessamine; italienisch: Gelsemio; schwedisch: Gul jasmin; tschechisch: Jasmínovec lesklý.

Verbreitungsgebiet

Namensursprung:

Den Namen Gelsemium, auch Gelseminum, die ältere Bezeichnung für Jasmin, erhielt die Pflanze nach den jasminähnlichen, duftenden Blättern; sempervirens = immergrünend.

Botanisches:

Der in den südlichen Staaten des atlantischen Amerikas vorkommende Schlingstrauch trägt lanzettliche Blätter und zeichnet sich durch große, blattachselständige, trichterförmige, leuchtend gelbe, wohlriechende Blüten aus. Diese bestehen aus einem fünfspaltigen Kelch, einer trichterichen, sehr weiten fünfspaltigen Krone und fünf Staubgefäßen. Seine längliche Frucht zerfällt in zwei an der Spitze zweiklappige Teilfrüchte mit vielen geflügelten Samen.

Geschichtliches und Allgemeines:

In der Heimat der Pflanze wird der Wurzelstock seit langem vom Volke als beruhigendes und schmerzlinderndes Mittel geschätzt. Erst 1852 wurde auch die Aufmerksamkeit der Ärzteschaft auf das Mittel gelenkt durch eine Veröffentlichung von Praeter, der es gegen Gesichtsneuralgien lobte. Rhiz. Gelsemii wurde nun häufig empfohlen, so z. B. von Jurassy gegen Neuralgien, von Gray und Hall gegen Husten, von Gubler gegen fieberhaften Rheumatismus und Dysmenorrhöe, von anderen Autoren gegen Fieber, Wundstarrkrampf, Husten, Starre des Gebärmutterhalses und Überempfindlichkeit der Harnblase. Wie Leclerc berichtet, verdankt die Pflanze ihren Beinamen „elektrisches Fiebermittel“ folgender Geschichte: „Ein Kranker, der an sehr heftigem Gallenfieber litt, erhielt irrtümlicherweise einen Gelsemiumwurzelstockaufguß. Er wurde gelähmt und verlor das Bewußtsein. Als aber das Koma schwand, erhob er sich und war gründlich geheilt.“

Aber nicht alle Veröffentlichungen enthielten ein positives Urteil über Gelsemium. Eine große Anzahl von Ärzten sah in ihm nur ein starkes Gift, das schwere Schädigungen, ja selbst den Tod herbeiführen könne, und lehnte den therapeutischen Gebrauch vollständig ab. Erst eingehende chemische und pharmakologische Untersuchungen, die zur genaueren Festlegung der Dosierung führten, verhalfen diesem Heilmittel wieder zu größerem Ansehen in der medizinischen Welt.

Vergiftung durch Gelsemium hat oft bei Erwachsenen, noch häufiger bei Kindern, durch Lähmung der Respirationsorgane zum Tode geführt. Näheres über Vergiftungen mit Gelsemium berichtet Prof. Reko in seinem Buche „Magische Gifte“. Danach erstarren die Vergifteten bei vollkommen erhaltenem Bewußtsein mit offenen Augen, können sich nicht rühren und erfassen doch vollkommen klar alle Vorgänge in ihrer Umgebung. Dieser kurz vor dem Tode auftretende typische Gelsemiumtetanus hat bei den Othomi-Indianern zur Bezeichnung der Gelsemiumwurzel mit Bé-í (d. h. Aufhören aller Bewegung) und des aus ihr hergestellten Gifttrankes selbst mit Bebo-sito (d. h. gläserner Sarg) geführt. Bei den Indianern der Südstaaten der USA. soll auch heute noch dieser Gifttrank zu Gottesurteilen und Racheakten Verwendung finden. Sehr häufig sind auch Vergiftungen infolge von Versetzen von Schnaps mit Gelsemiumwurzeln vorgekommen. So trat z. B. 1932 in Topolobampo, Staat Sinaloa, nach dem Genuß eines solchen Schnapses eine Massenvergiftung ein, in derem Verlaufe 32 Leute starben und etwa 100 wochenlang schwer krank waren. Die Wurzel soll auch als Fischgift verwendet werden. Die Giftigkeit für Fische ist ein Test zur Qualitätsbestimmung der Tinkturen und Auszüge.

Wirkung

Mayes, Douglas u. a. empfehlen den Wurzelstock als ein auf Rückenmark, willkürliche Muskeln und Gangliensystem wirkendes vorzügliches Sedativum, das kein Erbrechen, keine Durchfälle und keine Störung der Intelligenz verursache.

Auch Potter hält Gelsemium für indiziert bei allen Zuständen von Nervenreizungen und gibt als Kontraindikation Herzschwäche an. Unter einer ganzen Reihe von Einzelindikationen hält er Malaria, remittierende und typhöse Fieber und Cerebrospinalmeningitis für die wichtigsten.

Außer gegen Neuralgie wird es nach Bentley und Trimen bei Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit der Alkoholiker empfohlen.

Sehr warm setzt sich der bekannte französische Phytotherapeut H. Leclerc für Gelsemium ein. Er hält die Anwendung (auch auf Grund der pharmakologischen Untersuchungen) für gerechtfertigt bei Krampfzuständen, wie Husten, Harnblasentenesmus, Dysmenorrhöe und Enteralgie; bei Neuralgien, namentlich denen des Trigeminus und des Ischiadikus; bei Zahnschmerzen; bei Neurosen, die von Dystrophie des neurovegetativen Apparates ausgehen oder von Störungen des gesunden Gleichgewichts zwischen Sympathikus und Parasympathikus; bei reflektorischer Tachyarhythmie, sofern sie nicht mit Schwäche des Herzmuskels einhergeht; bei Pruritus, der Neurodermatitiden begleitet. Auch sah er sehr häufig Nutzen von Gelsemium in der Behandlung des Heuschnupfens. „Unter seinem Einfluß sieht man den Spasmus der Bronchien nachlassen, die Atemnot absinken, die Nies- und Krampfhustenanfälle seltener und milder werden, die Bronchien leichter auswerfen und die Schleimhäute der Augen, der Nase und Luftröhrenäste schnell von der Kongestion frei werden.“ Bei Grippe konnte er ebenfalls eine günstige Beeinflussung durch Gelsemium konstatieren. Nach ihm sind die vielfach über Gelsemium berichteten Mißerfolge nur auf schlechte und veränderliche Zubereitungen zurückzuführen. Auch zu Darmeinläufen (bei Erkrankungen der Vorsteherdrüse, der Gebärmutter, der Eierstöcke und der Eileiter) hält er es für angebracht, ebenso bei der innerlichen und äußerlichen Behandlung der Cellulitis.

Als Vertreter der Homöopathie bezeichnet Stauffer Gelsemium als ein ausgezeichnetes Nervenmittel, das sich u. a. besonders zur Behandlung von Grippe und Infektionskrankheiten im zweiten Stadium eigne, wobei anfangs Kopfschmerzen, Krämpfe und Neuralgien, später Benommenheit mit dunklem, gedunsenem Gesicht und Lähmungserscheinungen vorherrschen.

Gelsemium D 4 nennt Wizenmann bei postdiphtherischen Lähmungen und Speiseröhrenkrampf.

Von Steiner und anderen wird Gelsemium in Form des Oligoplexes bei Trigeminusneuralgie empfohlen.

Das Rhizom enthält ein kristallinisches Alkaloid Gelsemin, ein amorphes Alkaloid Gelseminin (0,2-0,7%), ß-Methyl-äsculetin, Stärke, fettes Öl, Resin usw.. Von verschiedenen Untersuchern werden außerdem noch die Alkaloide Gelsemoidin und Sempervirin genannt. Da, wie Merck schreibt, „die verschiedenen Forscher verschiedene basische Stoffe fanden und sie fast alle mit dem Namen ‚Gelseminin‘ oder ‚Gelsemin‘ belegten, gleichviel ob es sich um identische oder verschiedenartige Stoffe handelt“, ist eine gewisse Verwirrung in der Nomenklatur der Gelsemiumalkaloide eingetreten.

Nach Dixon ist das Alkaloid Gelseminin bedeutend giftiger als das Gelsemin, die dem letzteren zugeschriebenen Wirkungen seien hauptsächlich auf Gegenwart des Gelseminins als eine Unreinigkeit zurückzuführen. Das Gelseminin lähmt das Zentralnervensystem und die motorischen Nervenenden und den Nervus vagus. Als Hauptwirkung beim Säugetier wird die absteigende Lähmung des Zentralnervensystems bezeichnet, auf die das Versagen der Atmung, das charakteristische Bild der Vergiftung, zurückgeführt wird. Charakteristisch ist auch heftiges Zittern zu Beginn der Vergiftung. 1 mg Gelseminin einem Kaninchen injiziert, ruft bei diesem Bewegungslosigkeit hervor, nach 15 Minuten liegt es gestreckt da. Später wird die Atmung mühsam, das Tier sinkt allmählich, bis es flach daliegt. Jede Bewegung ist von Zittern der Kopfmuskeln begleitet, und das Zittern dehnt sich auf den ganzen Körper aus. Die Atmung wird nun schwächer und hört oft mit asphyktischen Krämpfen auf. Der Augenlidreflex und die Schmerzempfindungen bleiben bis zum Tode erhalten. Lokal appliziert veranlaßt Gelseminin Erweiterung der Pupille und Lähmung der Akkommodation.

Neuerdings stellte G. Castaignet Versuche mit dem Fluidextrakt, der 0,18% Alkaloide enthielt, an. Auch er stellte fest, daß die Giftigkeit des Wurzelstocks durch Gelseminin bedingt ist.

E. Rothlin und R. Hamet fanden, daß dem Sempervirin ein wichtiger Anteil an der physiologischen Gelsemiumwirkung zukommt. Es hat vasokonstriktorische Wirkung und ruft eine vollständige, aber verhältnismäßig schnell reversible Lähmung sowohl der Empfangsmechanismen des Vagus wie auch des Sympathikus hervor.

Durch giftige Gelseminingaben wurden beim Menschen große Muskelschwäche, ataktischer Gang, Temperatursenkung, Diplopie, Nebelsehen, Schielen, Kopfschmerz, Schwindel, profuse Schweiße, Irismus und Konvulsionen beobachtet. Der Tod erfolgt auch beim Menschen durch Asphyxie infolge Atemlähmung. Das Bewußtsein und die Schmerzempfindung bleiben, wenigstens in manchen Fällen, bis kurz vor dem Tode erhalten.

Als charakteristische Gelsemiumvergiftung sei noch folgender von Fühner berichteter Fall kurz wiedergegeben. Einem 40jährigen Patienten war irrtümlicherweise an Stelle eines Teegemisches von Rad. Valerianae und Rad. Gentianae ein solches aus Rad. Valerianae und Rad. Gelsemii verordnet worden. Nach dem Genuß der ersten Tasse des Tees konnte der Patient am nächsten Morgen nicht aufstehen. Er knickte vor dem Bette zusammen und fiel hin, auch konnte er nicht sehen und die Augenlider aufhalten. Der hinzugerufene Arzt hielt dies für Begleiterscheinungen eines plötzlichen Grippeanfalls. Später trat dann Lähmung von Kiefer, Lippe und Zunge ein. Diese Lähmungserscheinungen hielten drei Tage an, am vierten Tage konnte der Patient aufstehen, es bestanden aber noch Gleichgewichtsstörungen und Doppeltsehen. Nachdem der Patient noch einmal eine Tasse Tee zu sich genommen hatte, traten die beobachteten Erscheinungen angeblich im verstärkten Maße ein. Die Nachprüfung des Rezeptes ergab dann die Vergiftung mit Gelsemium. Faßt man die charakteristischen Symptome dieser Vergiftung, wie Schwindel, Sprachverlust, Unvermögen die Zunge zu bewegen und zu schlucken, Ptosis, Sehschwäche und Doppeltsehen, Pupillenerweiterung, Zittern der Glieder, Schwäche und Starre der Muskeln, zusammen, so erinnern sie an die des Botulismus.

Als Antagonisten des Gelsemiums wird außer Morphium, Digitalis und Alkohol u. a. auch Xanthoxylon fraxineum genannt.

Anwendung in der Praxis auf Grund der Literatur und einer Rundfrage:

Gelsemium wird als ein ausgezeichnetes Nervinum und Sedativum bezeichnet, welches besonders bei Kopfschmerzen (durch Hyperämie des Gehirns, dumpfes Gefühl mit Flimmern vor den Augen) und Neuralgien vorzügliche Dienste leistet. So nennt es Buchinger, Pyrmont, ein fast nie versagendes Mittel bei „betäubenden“ Kopfschmerzen nach schweren Erlebnissen, und von verschiedener Seite wird es als das beste Mittel bei Grippekopfschmerzen bezeichnet. Auch bei Migräne*) wird es häufig und gern verordnet, ebenso mit oft ausgezeichnetem Erfolg bei Neuralgien aller Art, insbesondere Trigeminus-und Facialisneuralgie (so konnte ein schwerer Fall von Trigeminusneuralgie, der der internen und der Bestrahlungstherapie getrotzt hatte und operiert werden sollte, durch Gelsemium „Teep“ D 1 (!) vollständig geheilt werden) und Ischias (hier z. B. im Wechsel mit Aconitum, Dioscorea und Lycopodium), bei Neuritis, Polyneuritis und Lähmungen (beipostdiphtherischen ist es das beste Mittel).

Weiter gibt man es besonders von homöopathischer Seite gern und oft bei Krämpfen (auch Schreib- und Violinspielerkrampf), Hirnhaut-affektionen, Encephalitis, Rückenmarksleiden, Neurasthenie, nervösen Herzstörungen und Schlaflosigkeit, Tabakneurose, Nikotinvergiftung, Zittern, Schwindel, Aufregungszuständen wie Examensangst, Hysterie, Dysmenorrhöe und Impotenz.

Recht gut wirkt Gelsemium bei Infektionskrankheiten mit schleichendem Verlauf im zweiten Stadium, insbesondere grippösen und typhösen Fiebern, die mit Kopfschmerzen verbunden sind (Kopfgrippe), und bei entzündlichen Erkrankungen wie Pneumonie, Appendizitis, Cholecystitis und nach E. Meyer, Berlin, bei Schwangerschaftsnephritis. Auch bei Sehstörungen und Ptosis wird Gelsemium gelobt. Gegen die Schmerzen beim Glaukomanfall wird es von Donner als Hauptmittel bezeichnet, während man nach Junge bei schweren Fällen von Diplopie keinen Erfolg sehen kann. Bei Schwerhörigkeit, die sich bei Kopf- und Plexusneuralgie verschlimmerte, sah Glaser, Karlsbad, durch Verabreichung des Oligoplex**) gleichzeitig Besserung der Neuralgien und der Schwerhörigkeit, und von Vester wurde Gelsemium gegen Ohrensausen verwandt.

Gelegentlich wird es noch bei Rhinitis, Tussis, fieberhaftem Asthma, Laryngitis, Diarrhöe, Enteritis, Cystitis, Epididymitis und Tripperrheuma erwähnt. Als Wechselmittel werden u. a. Belladonna, Bryonia, Glonoinum, Chin. ars., Kali phosph., Primula veris und Chamomilla genannt.

+) Beispiele für die Anwendung:

(Nach Schier, „Allgemeine homöopathische Zeitung“ 1935, Heft 4, S. 198.)

I. Herr Otto Str., 41 Jahre alt, ist schon als Kind schwach und kränklich gewesen und klagte immer schon über Kopfschmerzen. Im Weltkriege erkrankte er 1918 an Malaria in Mazedonien, die in der üblichen Weise behandelt wurde. 1920 merkte er, daß er keinen Geruchssinn mehr hatte. Vom April 1928 litt er an heftigen Kopfschmerzen, etwa alle acht Tage im Hinterkopf, an beiden Schläfen und in der Stirn. Während dieser Anfälle Flimmern vor den Augen, meist auch Übelkeit und Erbrechen.

Nach erfolgloser Behandlung kam er am 29. Mai 1933 in meine Behandlung und erhielt Chininum arsenicosum D 4 in zweistündlichem Wechsel mit Gelsemium sempervirens D 3. Am 13. Juni ist festzustellen, daß es in den letzten Tagen fortgesetzt besser geht, es treten nur noch zuweilen Schmerzen auf, hauptsächlich im Hinterkopf. Die zwei Mittel wurden weiter gegeben mit dem Resultat, daß er am 17. Juni als fast völlig geheilt entlassen werden konnte. Am 24. Juni stellt er sich ambulant wieder vor und gibt an, daß er in den letzten 8 Tagen keine Kopfschmerzen mehr gehabt hätte. Die beiden Mittel werden ihm zum langsameren Gebrauch mitgegeben. Bei weiteren Vorstellungen am 10. Juli und 21. August konstatierte ich dauernde völlige Freiheit von Beschwerden.

II. Fall H. L. 68jährige Patientin klagte über dauernde Schmerzen in Unterlippe und Kinn, ausstrahlend in den Unterkiefer und nach dem Hals, Brennen der inneren Unterlippe und des vorderen Zungenteils, während und außerhalb der Mahlzeiten auftretend. Anamnestisch war nur feststellbar, daß ihr die Nerven immer zu schaffen machten. Auch hatte sie sich sämtliche Zähne ziehen lassen. Befund: Korpulente, alte Frau von neurasthenischem Habitus; Untersuchung ergab sklerotische Erscheinungen an Herz und Gefäßen, Fettleibigkeit, Urin frei von Eiweiß und Zucker. Auf Verordnung von Gelsemium Oligoplex verschwanden die neuralgischen Beschwerden in ca. vier Wochen vollkommen. Dagegen verblieb aber mit absoluter Hartnäckigkeit das unerträgliche Brennen an der Lippenschleimhaut, speziell in der Umschlagfalte und der Zungenspitze. Diverse innere und äußere Mittel brachten in monatelanger Behandlung nur vorübergehende Besserung. Patientin bekam erneut wieder lediglich Gelsemium Oligoplex, dazu zehn Schröpfköpfe am Nacken und drei Tage später ein Cantharoplast an der Kinn-Unterseite. Dadurch verschwanden die Beschwerden restlos. Nach sechs Monaten Rezidiv. Darauf erneut letztere Therapie und anschließend Alchemilla „Teep“ D 1. Seit Jahren ist die Patientin beschwerdefrei.

Angewandter Pflanzenteil:

Es geben an: Pflückiger und Hanbury die Wurzelrinde, Bentley und Trimen die Wurzel, The British Pharmaceutical Codex Wurzelstock und Wurzeln, Clarke die Wurzelrinde, dasselbe Allen.

Hager nennt den Wurzelstock als verwendet, Rhizom und Wurzel führt auch Zörnig an, dasselbe tut Thoms. So dürfte über den verwendeten Pflanzenteil kein Zweifel bestehen.

Das HAB. schreibt zur Bereitung der Essenz den frischen Wurzelstock vor (§ 3). Soweit frisches Material aus einheimischen Kulturen zur Verfügung steht, wird auch das „Teep“ aus dem frischen Wurzelstock hergestellt. Rhizoma Gelsemii ist offizinell in der Schweiz, England, Chile, Mexiko und Venezuela.

Dosierung:

Übliche Dosis:

5-20-30 Tropfen der Tinktur (54 Tropfen = 1 g) (Klemperer-Rost);

1-3 Tropfen des Fluidextraktes als Einzeldosis (Klemperer-Rost). Nach Rost-Klemperer hatten 2 Teelöffel voll des Fluidextraktes bereits  eine tödliche, 0,5 g eine sehr schwere Vergiftung zur Folge. Reko gibt an, daß 0,12 g Fluidextrakt bei einem dreijährigen Kind den Tod herbeiführten.)

1 Tablette der Frischpflanzenverreibung „Teep“ drei- bis viermal täglich.

(Die „Teep“-Zubereitung ist auf 1% Pflanzensubstanz eingestellt, d. h. 1 Tablette enthält 0,0025 g Rhiz. Gelsemii = 0,01 mg Gelseminin.)

In der Homöopathie:

dil. D 3.

Maximaldosis:

1 g pro dosi, 3 g pro die der Tinktur (Ergb.). Möglichst nicht überschreiten (Rost-Klemperer).

Rezeptpflichtig:

Tinct. Gelsemii.

Rezepte:

Als beruhigendes und schmerzlinderndes Mittel (nach Castaignet):

Rp.:

Extr. fluidi Gelsemii semp. 0,8

Glycerini 5

Sirupi simplicis ad 100

D.s.: Dreimal täglich 1 Teelöffel voll. (1 Teelöffel voll entspricht etwa 3 Tropfen des Fluidextraktes.)

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Inhaltsverzeichnis: Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Gerhard Madaus (+ 1942), Ausgabe Leipzig 1938
Auf Bilder / Photos des Lehrbuches wurde wegen mangelnder Aktualität / Qualität verzichtet. Ebenso ist die Einführung in dieser Online-Version nicht vorhanden. Sie können hier ausschließlich auf die Besprechung der einzelnen Pflanzen zurückgreifen. Die Rezepturen werden in das Kompendium im Laufe der Zeit eingearbeitet. Vorhandene Fotos: Rechte beim Verlag erfragbar.

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